Vincent. Stationen eines Abschieds
Barbara Krauß
20 x
13 cm, 330 Seiten
ISBN 3-937143-18-1
Preis: 18,80 €
erschienen im November 2005
Es ist Sommer 1983 in einer kleinen, vorderpfälzischen
Gemeinde. Vor der Grundschule geschieht ein Unfall, der Alptraum jedes
Autofahrers: Ein Junge auf seinem Fahrrad fährt vom Gehsteig auf die Straße,
direkt vor das Auto von Barbara Pohlmann. Und stirbt. Von da an ist für die
25-Jährige nichts mehr, wie es war.
Nach einer Woche meldet sich ein einziger Zeuge: Vincent
Krzyzaniak, Bauer aus dem Allgäu, 30 Jahre älter als die Angeklagte – und
ein Mann mit ganz eigennützigen Motiven. Er erklärt sich bereit, für
Pohlmann auszusagen – zu einem hohen Preis.
Die kaufmännische Angestellte packt ihre Sachen, verlässt
ihre Heimat und folgt diesem „Alten“ als dessen Frau auf seinen Hof. Elf
Jahre bleibt sie bei ihm, dann kehrt sie zurück an den Rhein.
Kaum wieder zu Hause, klingelt das Telefon: Es ist Paul,
angeblich ein flüchtiger Bekannter aus Jugendtagen. Diese Telefonstimme,
dieser Mann ohne Nachnamen, ohne Gesicht, wird in den kommenden drei Jahren
in langen Gesprächen zum neuen Vertrauten von Barbara Krzyzaniak. Doch: wer
ist Paul?
Über einen Zeitraum von 15 Jahren schildert der Roman in
Rückblicken und Versatzstücken das wiederholte Abschiednehmen der
Ich-Erzählerin, ihre Neuanfänge, ihr Leben in zwei Welten, die
unterschiedlicher kaum sein können.
Vincent. Stationen eines Abschieds ist eine
Kriminalgeschichte, eine archaische Lesart der Begriffe Liebe und Heimat,
und zugleich eine Geschichte über das Geschichtenerzählen. Eine tragende
Rolle darin jedoch spielt – die Sprache.
„Es ist ein hartes Buch geworden“, urteilt die Autorin über
ihre fiktive Erzählung. „Umso mehr war ich gespannt, ob ich bis zum Ende ich
sagen könnte, denn gute Geschichten entstehen nicht aus der Distanz.“
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